Wie lässt sich der Verkehrswert einer Kirche bestimmen? Und welche Be­wer­tungs­kri­te­ri­en spielen dabei eine Rolle? Diese und mehr Fragen zur Wertermittlung von Kirchen und Kir­chen­grund­stü­cken beantworten wir Ihnen in diesem Artikel.

Historische Kirche im Grünen
Die Wertermittlung von Kirchen erfordert ein hohes Maß an Expertise und Erfahrung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung einer Kirche oder eines Kir­chen­grund­stücks kann mehrere Anlässe haben. Dazu gehören der Kauf oder Verkauf im Rahmen einer geplanten Umnutzung sowie die Wertermittlung für steuerliche Zwecke bei Erb­bau­grund­stü­cken.
  • Bei abgehendem Kirchenbedarf, der für eine Umnutzung veräußert wird, orientiert sich das Be­wer­tungs­ver­fah­ren an der zukünftigen pri­vat­wirt­schaft­li­chen Nutzung. Häufig steht dabei das Er­trags­wert­ver­fah­ren im Fokus.
  • Zahlreiche Faktoren fließen bei der Bewertung von Kirchen zusammen – angefangen beim Gebäudezustand und der Ausstattung bis hin zu Baumängeln und der kul­tur­his­to­ri­schen Bedeutung.
  • Die Wertermittlung einer Kirche ist äußerst komplex und erfordert eine ausführliche Betrachtung des Einzelfalls. Sie sollten daher einen Gutachter einschalten, der bereits umfassende Erfahrung mit Spe­zi­al­im­mo­bi­li­en hat.

André Heid
Zertifizierte Im­mo­bi­li­en­gut­ach­ter nach DIN 17024 von TÜV, DEKRA, IHK, DIA und EIPOS bewerten Ihre Immobilie sachgemäß.

Wann ist die Bewertung einer Kirche oder eines Kir­chen­grund­stücks nötig?

Kontinuierlich sinkende Mit­glie­der­zah­len stellen die christlichen Kirchen in Deutschland vor große Her­aus­for­de­run­gen. Die effiziente Verwaltung des Im­mo­bi­li­en­ver­mö­gens ist daher eine wichtige Maßnahme für Kir­chen­ge­mein­schaf­ten, um die Ertragslage zu verbessern und Kosten zu senken. Die Folge: Viele Kirchengebäude werden nicht mehr benötigt und stehen leer. Ein Abriss ist aufgrund des ge­sell­schaft­li­chen, kulturellen und historischen Werts der Sakralbauten nur die allerletzte Option.

Eher steht eine angemessene Umnutzung im Fokus der Überlegungen. Dies stellt einen häufigen Grund für die Wertermittlung von Kirchen und Kir­chen­grund­stü­cken dar. Sollen die Sakralbauten an Interessenten veräußert werden, holen Verkäufer oder Käufer in vielen Fällen ein Wertgutachten ein, das den Verkehrswert der Kirche oder des Kirchengebäudes darlegt.

Ein weiterer Grund für die Bewertung eines Kir­chen­grund­stücks kann im Erbbaurecht liegen. Hierbei sind die Grundstücke im Besitz der Kirche, die als Erb­bau­rechts­ge­ber fungiert. Sie räumt Nutzern das Recht ein, das Erb­bau­grund­stück zu bebauen und erhält im Gegenzug eine Zahlung. Die Bewertung solcher Kir­chen­grund­stü­cke ist in der Regel aus steuerlichen Gründen notwendig.

Gut zu wissen: Um Kirchen zu erhalten, ist die Umnutzung eine häufig diskutierte Option. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Sakralgebäude einer alternativen Nutzung zuzuführen. Zum Beispiel sind Ver­an­stal­tungs­or­te, Alten- und Pflegeheime, Kulturzentren, Museen oder Büroflächen denkbar. Nicht geeignet sind dagegen Folgenutzungen, die gegen die guten Sitten verstoßen wie Spielhallen.

Umnutzung einer Kirche als Veranstaltungsort
Die Wertermittlung von Kirchen erfolgt beim Kauf oder Verkauf aufgrund von Umnutzung, zum Beispiel als Ver­an­stal­tungs­ort.

So ermitteln Gutachter den Verkehrswert einer Kirche

Kir­chen­grund­stü­cke sind Liegenschaften, die sich im Eigentum von Kir­chen­ge­mein­den oder anderen religiösen Organisationen befinden. Zu diesen Flächen gehören oft Sakralbauten wie Kirchen, Kapellen, Münster, Kathedralen und Klöster. Aber auch Pfarrhäuser, Friedhöfe, Kindergärten oder Gemeindehäuser können ein Teil der Liegenschaften sein. Wir geben Ihnen im Folgenden einen Überblick über die komplexe Bewertung von Kir­chen­grund­stü­cken.

Welche Immobilie möchten Sie bewerten?

Tipp: Weitere Informationen zur Wertermittlung von historisch bedeutsamen Spe­zi­al­im­mo­bi­li­en, wie zum Beispiel Burgen, Schlössern und Herrenhäusern, finden Sie in unserem Ratgeber. Egal, ob für Kirchen oder andere Spe­zi­al­im­mo­bi­li­en – wenn Sie eine fundierte und zuverlässige Wertermittlung benötigen, sind die erfahrenen, vielfach zertifizierten, öffentlich bestellten und vereidigten Gutachter der Heid Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung die richtigen Ansprechpartner. Vereinbaren Sie direkt einen Termin zum kostenlosen Erstgespräch und lassen Sie sich unverbindlich beraten!

Verfahren zur Bewertung von Kirchen und Kir­chen­grund­stü­cken

Die Wertermittlung einer Kirche oder einer kirchlich genutzten Fläche ist äußerst komplex und immer im Einzelfall zu betrachten. Wir beziehen uns in diesem Beitrag auf Kir­chen­grund­stü­cke, die als „res sacra“ (übersetzt: heilige Sache) einzustufen sind, die also unmittelbar für kultische Zwecke dienen. Diese Flächen sind in der Regel dem pri­vat­wirt­schaft­li­chen Gewinnstreben entzogen und gelten als unveräußerlich. Bei der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung von Kirchen können daher die Grundsätze herangezogen werden, die auch für Ge­mein­be­darfs­flä­chen gelten.

Gut zu wissen: Anders verhält es sich bei Liegenschaften, auf die diese Einordnung nicht zutrifft (zum Beispiel Wohnhäuser oder Kindergärten). Hier kann im Zuge der Wertermittlung auf die allgemein geltenden Grundsätze für pri­vat­wirt­schaft­lich nutzbare Flächen zurückgegriffen werden.

Um den Verkehrswert von Kirchengebäuden oder -flächen zu ermitteln, kommen grundsätzlich das Ver­gleichs­wert­ver­fah­ren, das Er­trags­wert­ver­fah­ren und das Sach­wert­ver­fah­ren in Frage. Ersteres scheidet in der Regel aufgrund von mangelnden Vergleichsdaten aus und auch die anderen Verfahren sind oft nur mit individuellen Anpassungen und Hilfs­kon­struk­tio­nen anwendbar. Entscheidend für die Wahl des Wert­ermitt­lungs­ver­fah­rens ist vor allem die zukünftige Nutzung der Kir­chen­im­mo­bi­lie: Bleibt das Grundstück dauerhaft der kirchlichen Nutzung vorbehalten oder soll eine Umnutzung stattfinden? Zweitere Option geht in der Regel mit einer Entwidmung (evangelische Kirche) aka Profanierung (katholische Kirche) einher. Dadurch wird das Gebäude von seinem ursprünglichen Zweck befreit und eine Umnutzung überhaupt erst ermöglicht.

Bei der Wertermittlung einer Kirche stehen je nach zukünftigem Nutzungszweck die folgenden Verfahren im Vordergrund:

  • Bleibender Kirchenbedarf: Häufig findet das Sach­wert­ver­fah­ren Anwendung, da nicht genügend Ver­gleichs­prei­se vorliegen und auch keine rentierliche Nutzung gegeben ist. Hierbei sollten auch kir­chen­ge­schicht­li­che, ar­chi­tek­to­ni­sche und kunst­his­to­ri­sche Aspekte Beachtung finden.
  • Abgehender Kirchenbedarf: Die Wertermittlung erfolgt auf Basis der zu erwartenden Nutzungsart. Im Falle einer pri­vat­wirt­schaft­li­chen Nutzung kommen alle drei Verfahren in Betracht, in der Praxis steht aber oft das Er­trags­wert­ver­fah­ren im Fokus. Um­struk­tu­rie­rungs- und Be­wirt­schaf­tungs­kos­ten sind dabei genauso zu berücksichtigen, wie die möglicherweise eingeschränkte Er­trags­si­tua­ti­on zu Beginn der Folgenutzung.
Infografik zu den Arten von Kirchengrundstücken und deren Bewertung
Die Art des Kir­chen­grund­stücks wirkt sich auf die Wahl des Be­wer­tungs­ver­fah­rens aus.

Kriterien bei der Wertermittlung einer Kirche

Bei der Wertermittlung von Kirchen können unter anderem diese Faktoren einen Einfluss auf den Verkehrswert haben:

  • Lage und Größe des Grundstücks
  • Zustand der Gebäude oder Einrichtungen
  • Ausstattung und deren Qualität
  • Kulturelle und historische Bedeutung
  • Nut­zungs­mög­lich­kei­ten der Immobilie

Um ein fundiertes Ver­kehrs­wert­gut­ach­ten für eine Kirche anzufertigen, ist die intensive Betrachtung des Objekts und der zugehörigen Gemeinde unerlässlich. Gutachter sehen sich dabei mit einer Reihe an Her­aus­for­de­run­gen konfrontiert, die ebenfalls bei der Wertermittlung berücksichtigt werden müssen:

  • Das Alter der Kirchengebäude, deren Leerstand oder In­ves­ti­ti­ons­staus führen häufig dazu, dass umfangreiche Baumängel vorhanden sind, die den Verkehrswert deutlich mindern.
  • Historisch und architektonisch bedeutsame Kulturgüter, Artefakte oder Kunst­ge­gen­stän­de sind bei der Wertermittlung einer Kirche angemessen einzubeziehen. Bei jüngeren Objekten können ebenfalls Ur­he­ber­rechts­fra­gen eine Rolle spielen.
  • Die Nutzungskosten sind im Rahmen der Bewertung von Kirchen nur schwer kalkulierbar.
  • Der Denkmalschutz vieler Sakralbauten kann einerseits zu höheren In­ves­ti­ti­ons­kos­ten führen, andererseits aber die finanzielle Unterstützung durch Förderprogramme sowie steuerliche Vorteile ermöglichen.
Kirche mit kunstvoll verzierter Orgel
Die kul­tur­his­to­ri­schen Schätze von Kirchen spielen bei der Wertermittlung eine wichtige Rolle.

Ver­kehrs­wert­gut­ach­ten für eine Kirche anfordern

Sie möchten den Wert einer Kirche oder eines Kir­chen­grund­stücks ermitteln lassen? Dann ist ein professioneller Sach­ver­stän­di­ger unerlässlich. Sakralbauten sind Spe­zi­al­im­mo­bi­li­en, die zahlreiche spezifische Anforderungen an die Ver­kehrs­wert­ermitt­lung mit sich bringen. Unsere vereidigten und zertifizierten Gutachter verfügen über jahrelange Erfahrung im Umgang mit Son­der­im­mo­bi­li­en. Sie fertigen ein zuverlässiges und fundiertes Ver­kehrs­wert­gut­ach­ten für Sie an.

Gern beraten wir Sie in einem kostenlosen Erstgespräch zu Ihrem Anliegen und besprechen das weitere Vorgehen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf über die Telefonnummer 0800 – 90 90 282 oder das nachfolgende Formular.