Energetische Ge­bäu­de­sa­nie­rung ist in aller Munde. Mehr En­er­gie­ef­fi­zi­enz erscheint vorteilhaft, doch welche energetischen Maßnahmen lohnen sich wirklich und wer ist verpflichtet sein Haus energetisch zu sanieren? Erfahren Sie, welche Kosten auf Sie zukommen und mit welchen Fördergeldern Sie rechnen können.

Fassadendämmung an einem Neubau
Außendämmung ist eine der häufigsten und zielführendsten Maßnahmen bei der energetischen Sanierung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine energetische Sanierung führt zu höherer En­er­gie­ef­fi­zi­enz und bestmöglicher Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
  • Energetische Ge­bäu­de­sa­nie­run­gen bedeuten hohe Investitionen in eine passgenaue Planung, und grundlegende Baumaßnahmen. Langfristig betrachtet lohnt sich die Umgestaltung jedoch auf finanzieller und ökologischer Ebene.
  • Typische Maßnahmen einer energetischen Sanierung sind: Außenwände dämmen, undichte Fenster austauschen, moderne, idealerweise erneuerbare Heiztechnik einbauen (Wärmepumpe, Photovoltaik, Solarthermie).
  • Gesetzlich festgelegt ist eine Erneuerung der Heizungsanlage nach spätestens 30 Jahren, sowie die Dämmung der obersten Geschossdecke und Dämmung von Rohren in unbeheizten Räumen.
  • Manche Im­mo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer haben die Pflicht, Mo­der­ni­sie­run­gen durchzuführen. Denn für energetische Sanierungen gibt es ein Gesetz. Rentabel sind etliche Sa­nie­rungs­maß­nah­men aber auch über das Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) hinaus, vor allem bei einem Altbau. Hilfestellung zu Dämmung, erneuerbaren Energien und Vorgehensweise erhalten Sie von einem En­er­gie­ef­fi­zi­enz­ex­per­ten.
  • In einem individuellen Sa­nie­rungs­fahr­plan (iSFP) erhalten Sie alle notwendigen Informationen zum energetischen Ist-Zustand Ihrer Immobilie, sowie eine auf Sie und Ihr Haus abgestimmte Anleitung zu einzelnen Sa­nie­rungs­maß­nah­men, Kosten, zeitlicher Abfolge und dem einhergehenden Potenzial zur En­er­gie­ein­spa­rung. Erstellt wird der iSFP durch einen anerkannten En­er­gie­ef­fi­zi­enz­ex­per­ten des Bundesamtes für Wirtschaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA).
  • Einzelmaßnahmen können durch das BAFA gefördert werden; Zuschüsse für Kom­plett­sa­nie­run­gen können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen; weitere Förderprogramme laufen auf Länderebene.
  • Wenn Sie keine Fördergelder in Anspruch nehmen, steht Ihnen eine steuerliche Förderung zu, bei der Sie 20 Prozent der Maßnahme und bis zu 40.000 Euro über drei Jahre absetzen können.
  • Beziehen Sie energetische Maßnahmen bereits beim Hauskauf ein, um die Wirt­schaft­lich­keit abschätzen zu können. Eine genaue Aufschlüsselung erhalten Sie in der Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung von der Heid Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung.

André Heid
Zertifizierte Im­mo­bi­li­en­gut­ach­ter nach DIN 17024 von TÜV, DEKRA, IHK, DIA und EIPOS bewerten Ihre Immobilie sachgemäß.

Was ist eine energetische Sanierung?

Zur energetischen Sanierung zählen alle Baumaßnahmen an einem Gebäude, die zu einem geringeren En­er­gie­ver­brauch und somit zu einer höheren En­er­gie­ef­fi­zi­enz führen. Weiteres Ziel der Sanierung ist es, durch erneuerbare Energien die Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen voranzutreiben.

Vorteile einer energetischen Ge­bäu­de­sa­nie­rung

Nicht nur aufgrund der steigenden Energiepreise ist eine energetische Sanierung sinnvoll. Die Vorteile beinhalten:

  • reduzierte Energiekosten
  • geringere CO2-Emissionen
  • Res­sour­cen­scho­nung
  • Wertsteigerung des Gebäudes
  • bessere Vermietbarkeit
  • höherer Wohnkomfort
Infografik energieeffizientes Haus
Mit diesen Maßnahmen erhalten Sie ein en­er­gie­ef­fi­zi­en­tes Haus.

Nachteile einer energetischen Ge­bäu­de­sa­nie­rung

Wenn Sie ein Haus energetisch sanieren, sollten Sie sich im Vorhinein auch auf mögliche Her­aus­for­de­run­gen einstellen, die Ihnen zum Nachteil werden können:

  • hohe In­ves­ti­ti­ons­kos­ten
  • lange Wartezeiten aufgrund von Lieferengpässen
  • Verzögerung durch fehlendes Fachpersonal
  • zeitlicher Aufwand für Planung und Umsetzung
  • bürokratische Hürden in Bezug auf Fördergelder
  • nachteilige Auswirkung bei fehlerhafter Planung (beispielsweise Schimmel)

Welche Immobilie möchten Sie bewerten?

Was zählt als energetische Maßnahme?

Mögliche Baumaßnahmen, mit der die En­er­gie­ef­fi­zi­enz verbessert werden kann, sind unter anderem:

Austausch der Fenster 500 – 1.000 Euro pro Fenster
Dämmung des Dachs 5.000 – 20.000 Euro
Dämmung der Fassade 5.000 – 20.000 Euro
Einbau moderner Heiztechnik 5.000 – 20.000 Euro

Zu einer energetischen Ge­bäu­de­sa­nie­rung im Sinne der Unabhängigkeit von fossilen Energien zählen zudem:

Lüftung mit Wär­me­rück­ge­win­nung 4.000 – 6.000 Euro
Photovoltaik-Anlage 6.000 – 15.000 Euro
Solarthermie-Anlage 5.000 – 10.000 Euro
Wärmepumpe 12.000 – 33.000 Euro
Sparpotenzial für Dämmung, Fenster und Heizung
Sparpotenzial für Dämmung, Fenster und Heizung

Ab wann sollte man ein Haus energetisch sanieren?

Grundsätzlich gilt, falls Ihr Haus in den letzten 20 Jahren nicht saniert wurde, ist es sinnvoll energetische Maßnahmen anzugehen. Bereits aufgrund der hohen Energiepreise lohnt sich die Investition in neue Technologien für Dämmung, Heizung und Lüftung. Auch wenn Sie Bestandteile Ihres Hauses bereits saniert haben, es jedoch vor dem In-Kraft-Treten der En­er­gie­spar­ver­ord­nung 2002 erbaut wurde, sollten Sie sich zum energetischen Zustand Ihrer Immobilie beraten lassen und gegebenenfalls nachrüsten, um die Min­dest­an­for­de­run­gen zu erfüllen.

Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setz 2020

Die Verordnung von 2002 wurde inzwischen durch das Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) von 2020 abgelöst. Darin ist festgelegt, dass Sie eine Öl- oder Gasheizungen nach spätestens 30 Jahren Benutzung austauschen müssen, lohnend ist es allerdings bereits nach 15 bis 20 Jahren. Das Gesetz schreibt zudem vor, dass Sie Rohre, die durch unbeheizte Räume führen, und die oberste Geschossdecke dämmen müssen. Das gilt auch für Altbauten und denk­mal­ge­schütz­te Gebäude. Die Baumaßnahmen müssen innerhalb von zwei Jahren nach einem Ei­gen­tü­mer­wech­sel vollzogen werden.

Altbau mit modernen Fenstern
Auch in einem Altbau können Sie mit neuen Fenstern und moderner Heiztechnik eine höhere En­er­gie­ef­fi­zi­enz bewirken.

Selbst wenn Ihr Gebäude die genannten Forderungen erfüllt, lohnt es sich oftmals einen En­er­gie­ef­fi­zi­enz­ex­per­ten zu Rate zu ziehen, da das Gesetz einen sehr niedrigen Standard vorsieht. Langfristig betrachtet, profitieren Sie davon Ihr Haus energetisch zu sanieren.

Sa­nie­rungs­richt­li­ni­en der EU-Kommission

In den nächsten Jahren könnten weitere Min­dest­stan­dards in das GEG aufgenommen werden. Da der Gebäudesektor in Deutschland etwa ein Drittel der CO2-Emissionen ausmacht, sind weitere Richtlinien und Anreize für energetische Sanierungen unumgänglich, um die Klimaziele zu erreichen. Der Vorschlag der EU-Kommission die Sa­nie­rungs­richt­li­ni­en anzupassen, soll daher übernommen werden.

Energetische Sanierung – Pflicht 2030: Wird der Vorschlag der EU-Kommission zur Anpassung der Sa­nie­rungs­richt­li­ni­en umgesetzt, müssen Gebäude der En­er­gie­ef­fi­zi­enz­klas­se G oder schlechter bis 2030 die Klasse F und bis 2033 die Klasse E erreichen. Öffentliche Gebäude müssten dieses Ziel bereits bis 2027 erreichen. Möglich ist zudem, dass ein Re­no­vie­rungs­pass eingeführt wird, in dem dargelegt ist, welche energetischen Sanierungen geplant sind, um das Gebäude bis 2050 emissionsfrei zu gestalten.

Sie möchten die En­er­gie­ef­fi­zi­enz­klas­se Ihrer Immobilie bestimmen? Bei der Heid-Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung können Sie unkompliziert einen Energieausweis ausstellen lassen. Unsere Energieberater kümmern sich professionell und individuell um Ihr Anliegen.

Vom Sa­nie­rungs­fahr­plan zum effizienten Gebäude

Bei einer energetischen Sanierung ist es essenziell, dass Sie planvoll vorgehen. Einerseits profitieren Sie davon finanziell und andererseits vermeiden Sie unerwünschte Nebeneffekte.

Zum Beispiel: Beim Austausch der Fenster kann ohne eine Dämmung der Außenwände die warme Luft nicht mehr durch die Ritzen der alten Fenster entweichen. Stattdessen sammelt sich die Luft an den kalten Außenwänden und kann bei ungünstigem Lüf­tungs­ver­hal­ten Schimmel verursachen. Sind die Wände dagegen gedämmt, sodass sie nicht auskühlen und dann ersetzen Sie die Fenster, kann sich kein Schimmel bilden und Sie sparen Heizkosten.

Wärmepumpe vor einem sanierten Gebäude
Auch die modernste Wärmeanlage ist nur so nachhaltig, wie die Dämmung es zulässt. Sa­nie­rungs­maß­nah­men müssen daher immer ganzheitlich geplant werden.

Daher ist es ratsam einen individuellen Sa­nie­rungs­fahr­plan erstellen zu lassen, der zu Ihrem Gebäude, Ihrem Geldbeutel und Ihrem Nut­zungs­ver­hal­ten passt. Es handelt sich beim individuellen Sa­nie­rungs­fahr­plan (iSFP) um ein Be­ra­tungs­in­stru­ment des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi). Dabei wird zunächst der Ist-Zustand Ihrer Immobilie ermittelt und anschließend in Absprache mit Ihnen, den Hauseigentümern, eine Kom­plett­sa­nie­rung oder eine Schritt-für-Schritt-Sanierung entworfen, um die gewünschte En­er­gie­ef­fi­zi­enz zu erreichen.

Vorgehen bei einem individuellen Sa­nie­rungs­fahr­plan

Die En­er­gie­ef­fi­zi­enz wird anhand des Pri­mär­ener­gie­be­darfs dargestellt. Die sieben Kategorien reichen von teilsaniert oder unsaniert (230 Kilowattstunden oder mehr pro Quadratmeter) bis zur höchsten Stufe, fort­schritt­li­cher Standard (30 Kilowattstunden oder weniger pro Quadratmeter). Im Dokument werden Maßnahmen, Kosten pro Maßnahme und das damit einhergehende Potenzial zur En­er­gie­ein­spa­rung auf einer zeitlichen Skala aufgeschlüsselt und mit wichtigen De­tail­in­for­ma­tio­nen für die Umsetzung versehen.

Wenn Sie den iSFP durch einen unabhängigen, anerkannten Energieberater durchführen lassen, erhalten Sie für die geplanten Maßnahmen Fördergelder durch das Bundesamt für Wirtschaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA). Die Erstellung kann auch durch einen Handwerker erfolgen, ist dann allerdings nicht förderfähig. Eine weitere Vorgabe besteht darin, den iSFP innerhalb von neun Monaten und die geplanten Maßnahmen innerhalb von 15 Jahren fertigzustellen.

Das Vorgehen bei der Erstellung des iSFP folgt dabei immer demselben Schema:

Handlungsschritte für die Erstellung eines iSFP um Fördergelder des BAFA zu erlangen
So läuft ein individueller Sa­nie­rungs­fahr­plan ab.

Einen iSFP können Sie nur für Ein-, Zwei- oder Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser beantragen, die vorwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden.

Gut zu wissen: In den Ver­kehrs­wert­gut­ach­ten der Heid Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung ist auf Wunsch bereits ein kostenloses Sa­nie­rungs­pro­to­koll enthalten. Planen Sie eine energetische Sanierung, erstellen wir gerne auch Ihren individuellen Sa­nie­rungs­fahr­plan.

Fördergelder für energetische Ge­bäu­de­sa­nie­run­gen

Fördergelder sind für die oftmals teuren Sa­nie­rungs­maß­nah­men nicht nur praktisch, sondern notwendig. Die staatlichen Gelder werden als Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengefasst. Diese teilen sich auf in die Förderdarlehen mit Til­gungs­zu­schuss von der KfW und In­ves­ti­ti­ons­zu­schüs­se durch das BAFA.

Das BAFA unterstützt grundsätzlich Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der En­er­gie­ef­fi­zi­enz, also beispielsweise den Austausch der Heizungsanlage. Die Fördergelder können sowohl für Wohngebäude wie auch Nicht-Wohngebäude (zum Beispiel Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en) beantragt werden. Für einige Anträge ist, wie bereits im obigen Kapitel zum iSFP erwähnt, die Antragstellung durch einen En­er­gie­ef­fi­zi­enz­ex­per­ten notwendig. Nach der Genehmigung des Förderbescheids und der Umsetzung der Maßnahme wird die Wirksamkeit mittels eines technischen Pro­jekt­nach­wei­ses übermittelt und anschließend die Fördergelder ausgezahlt.

Fertig saniertes Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage
Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach trägt zur energetischen Unabhängigkeit eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses bei.

Expertentipp: Achten Sie bei der Beantragung einer Förderung auf die zeitliche Abfolge. Die Sa­nie­rungs­ar­bei­ten dürfen erst nach Erhalt des För­der­be­schei­des beginnen. Das Fördergeld erhalten Sie erst, wenn der Nachweis über die erreichte En­er­gie­ef­fi­zi­enz eingegangen ist.

Energetische Sanierung Förderung

Die Höhe der Förderung durch die KfW-Bank ist von der erreichten Energieklasse nach den Sa­nie­rungs­ar­bei­ten abhängig. Diese bemisst sich am Effizienzhaus, das zu 100 Prozent die Vorgaben aus dem Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setz erfüllt. Daher wird ein Effizienzhaus 40, welches nur 40 Prozent des Pri­mär­ener­gie­be­darfs des Re­fe­renz­ge­bäu­des benötigt, mit bis zu 24.000 Euro gefördert. Für ein Effizienzhaus, welches noch 70 Prozent des Pri­mär­ener­gie­be­darfs verbraucht, gibt es dagegen nur bis zu 12.000 Euro. Neu seit 1.1.2023 ist außerdem die Förderung

  • für Materialkosten, wenn Sie Sa­nie­rungs­ar­bei­ten in Eigenleistung durchführen.
  • für die sogenannte Erneuerbare-Energien-Klasse: In diesem Fall gibt es Zusatzbudget für die Effizienzhäuser, bei denen 65 Prozent oder mehr des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden.
  • für serielle Sanierung: Hier erhalten Sie einen Extra-Til­gungs­zu­schuss, wenn Sie vorgefertigte Bauteile nutzen.

Weitere Informationen und eine ausführliche Auflistung findet sich unter Kredit 261 der KfW-Bank. Fördergelder für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen erhalten Sie mit dem Kredit 270.

Info zum Förderstopp: Eine berechtigte Sorge hinsichtlich staatlicher Fördergeldern sind plötzliche Förderstopps. Diese können auftreten, wenn zu viele Anträge auf einmal gestellt wurden oder wenn auf politischer Ebene Um­struk­tu­rie­run­gen stattfinden. Das ist für Eigentümer nicht nur ärgerlich, sondern ziemlich teuer. In der Vergangenheit wurden daher häufig noch alle Anträge genehmigt, die bereits eingegangen waren und als förderfähig eingestuft werden konnten. Falls dies nicht zutrifft, bleibt Ihnen als einzige Möglichkeit anderweitige Fördergelder zu beantragen, etwa durch das BAFA (Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der En­er­gie­ef­fi­zi­enz) oder Fördergelder auf Länderebene. Auch steuerliche Vorteile können Ihnen in einem solchen Fall die Finanzierung ermöglichen.

Auch beim BAFA, dem Bundesamt für Wirtschaft und Aus­fuhr­kon­trol­le, gibt es Zuschüsse etwa für

  • Wärmepumpen
  • Solarthermie
  • Bio­mas­se­hei­zun­gen
  • Brenn­stoff­zel­len­hei­zun­gen
  • weitere Heiztechnik mittels erneuerbarer Energien
  • Hei­zungs­op­ti­mie­run­gen
  • Arbeiten an der Gebäudehülle
  • Anlagentechnik

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Förderprogramme des BAFA und finden Sie heraus, welche Option sich am besten für die geplanten Maßnahmen bei Ihnen eignen. Beachten Sie dabei, dass alle Änderungen, die 2023 in Kraft getreten sind, lediglich für Anträge gelten, die ab dem 1.1.2023 gestellt werden. Alle vorherigen Bauvorhaben richten sich noch nach der Gesetzeslage 2022.

Energetische Sanierungen steuerlich absetzen

Nicht nur Fördergelder, auch steuerliche Vorteile bieten Ihnen finanzielle Anreize bei der energetischen Sanierung. Allerdings müssen Sie sich entscheiden. Wenn Sie ein Förderprogramm in Anspruch nehmen, erhalten Sie keinen Steuervorteil und umgekehrt. Die Steuervorteile stehen Ihnen für Sa­nie­rungs­maß­nah­men zur Verfügung, die bis zum 1. Januar 2030 fertiggestellt werden.

Voraussetzungen

Damit Sie den steuerlichen Vorteil geltend machen können, muss die Immobilie mindestens zehn Jahre alt sein und von Ihnen als Eigentümer selbst bewohnt werden. Die Sa­nie­rungs­ar­bei­ten dürfen außerdem nur von Fachunternehmen durchgeführt werden und Sie benötigen eine korrekte Rechnung, in der die Maßnahmen zur energetischen Sanierung korrekt aufgeschlüsselt sind.

Mitarbeiter eines Fachunternehmens bauen moderne Fenster ein
Damit Sie Ihre energetische Sa­nie­rungs­maß­nah­me in der Steuererklärung geltend machen können, müssen die Arbeiten von Fachunternehmen ausgeführt werden.

Höhe der steuerlichen Förderung

Von einer energetischen Sanierung können Sie über einen Zeitraum von drei Jahren 20 Prozent der Kosten absetzen. Im ersten und zweiten Jahr werden jeweils sieben Prozent erstattet, im dritten sind es die übrigen sechs Prozent. Gefördert werden Sa­nie­rungs­maß­nah­men bis zu einem Wert von 200.000 Euro. Der steuerliche Vorteil beläuft sich demnach auf maximal 40.000 Euro. Der Betrag gilt pro Objekt und kann daher auch auf verschiedene Maßnahmen aufgeteilt und zu un­ter­schied­li­chen Zeitpunkten in Anspruch genommen werden.

Häufige Fragen zur energetischen Ge­bäu­de­sa­nie­rung

Erfahren Sie in unseren Antworten auf häufige Fragen zur energetischen Ge­bäu­de­sa­nie­rung die wichtigsten Informationen für Hauseigentümer.

Können energetische Sa­nie­rungs­kos­ten auf die Mieter umgelegt werden?

Acht Prozent der Kosten für eine energetische Sanierung können Sie jährlich auf die Mieter umlegen. Dabei darf die mo­der­ni­sie­rungs­be­ding­te Mieterhöhung innerhalb von sechs Jahren nicht höher als drei Euro pro Quadratmeter ansteigen.

Als Eigentümer haben Sie die Verpflichtung Ihre Mieter drei Monate vor Beginn der Bauarbeiten über die Maßnahme und den vor­aus­sicht­li­chen Bauzeitraum zu informieren. Während der Bauarbeiten haben die Mieter das Recht eine Mietminderung zu fordern, sollten sie aufgrund des Lärms und der Verschmutzung beeinträchtigt werden.

Welche Sa­nie­rungs­maß­nah­men lohnen sich am meisten?

Sie möchten Ihre energetische Sanierung effizient gestalten? Dann richten Sie Ihr Augenmerk auf die Wärmedämmung: Außenwände, Dach, Kellerdecke, oberste Geschossdecke sowie die Isolierung der Fenster sparen Ihnen langfristig am meisten Energie.

Wann ist eine energetische Sanierung Pflicht?

Alle Gebäude, die vor dem 1. Februar 2002 gebaut wurden, unterliegen bei einem Ei­gen­tü­mer­wech­sel, ob aufgrund eines Kaufs oder eines Erbes, der sogenannten Sa­nie­rungs­pflicht. Diese beinhaltet die Vorgabe das Dach gemäß DIN 4108-2 und Rohre zu dämmen, sowie Heizungen auszutauschen, die älter als 30 Jahre sind. Als Eigentümer eines Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­hau­ses müssen Sie der Pflicht innerhalb von zwei Jahren nachkommen. Erfüllt das Gebäude diese Anforderungen bereits, sind Sie gesetzlich nicht zu weiteren Baumaßnahmen verpflichtet.

Wer hat Anspruch auf energetische Sanierung?

Der Anspruch auf eine energetische Sanierung beziehungsweise die Förderung der Maßnahmen wird durch un­ter­schied­li­che Stellen und Programme geregelt. Werfen Sie hierzu einen Blick auf die In­ter­net­auf­trit­te von lokalen Behörden, Kreditinstitute oder kontaktieren Sie die regionalen Energieberater von Heid.

Können auch denk­mal­ge­schütz­te Häuser energetisch saniert werden?

Sie können auch ein denk­mal­ge­schütz­tes Haus energetisch sanieren, solange die historischen Bestandteile des Gebäudes dabei nicht verändert werden. Es gilt optimale statt maximale En­er­gie­ef­fi­zi­enz. Dies ist je nach Umfang des Denkmalschutzes möglich, indem Sie beispielsweise eine Innendämmung vornehmen oder geeignete Holzfenster einsetzen lassen. Sprechen Sie Baumaßnahmen stets vorab mit der zuständigen Denkmalbehörde ab. Da Voreigentümer nicht dazu verpflichtet sind Ihnen einen Energieausweis vorzuzeigen, ist es ratsam sich über den Zustand der Immobilie zu informieren, bevor Sie ein denk­mal­ge­schütz­tes Haus kaufen.

Was sind die größten Fehler bei einer energetischen Sanierung?

Den größten Fehler, den Sie bei einer energetischen Sanierung begehen können, ist sich nicht zu informieren. Für jedes Gebäude gibt es inzwischen geeignete Lösungen, sodass Sie keinen Schimmel, unveränderte Heizkosten oder charakterlose Architektur befürchten müssen. Wichtig ist nur, dass Sie sich eine Expertenmeinung einholen, um passgenaue Lösungen für Ihre Immobilie zu finden und dann in der richtigen Reihenfolge Schritt für Schritt vorzugehen.

Energetische Maßnahmen bereits beim Hauskauf einbeziehen

Eine energetische Ge­bäu­de­sa­nie­rung ist in vielen Fällen unumgänglich, bedeutet jedoch eine teure Investition in eine Immobilie. Bevor Sie ein Haus kaufen und energetisch sanieren, ist es daher ratsam, bereits vorab die Kosten für anstehende Maßnahmen einzuschätzen und den Aufwand gegen die Erwerbskosten abzuwägen. Bei einer Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung der Heid Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung werden sämtliche Faktoren, wie auch eine energetische Sanierung berücksichtigt, um Sie bei der Entscheidung für oder gegen einen Hauskauf zu unterstützen. Wir freuen uns Sie bei Ihrem Anliegen zu beraten.